Gleich!

Aus der Wikimedia. Von: Iago4096

 

Nicht gleich

 

Wer mich in meinen politischen „Kinderschuhen“ begleitet hat, weiß, dass ich lange gegen eine Frauenquote war.

Das hat sich geändert.

In erster Linie liegt das auch an meiner eigenen Argumentation.

Ich folgte der Linie, dass man abwarten müsse und Sexismus nicht durch Sexismus aufwiegen dürfe.

Der Meinung bin ich noch immer.

Was sich jedoch verändert hat, ist, dass sich nichts verändert hat und ich meine Meinung revidieren musste.

Die 2001 als „freiwillige Vereinbarung“ eingeführete Frauenquote hat gezeigt, dass es keine Anstrengungen der Unternehmen gibt, die Gleichstellung der Geschlechter zu forcieren.

In der folgenden Dekade wurden immer wieder Initiativen eingebracht, um eine gesetzliche Frauenquote festzuschreiben.

Das Ergebnis aus einem Bundestagsbeschluss von 2015 verpflichtet große Unternehmen in Deutschland, Aufsichtsräte zu mindestens 30% mit Frauen zu besetzen.
Momentan liegt Deutschland hier mit 21,7% auf Platz 9 in der EU.

Schlimmer aber ist, dass diese Regelung eben nur für DAX-Unternehmen gilt.

Wir fordern auf der einen Seite die Ausweitung des Mittelstandes, setzen aber nur in den DAX-Unternehemen die Frauen-Quote um.

Das ist für mich so nicht hinnehmbar und zeigt, dass das Argument – dem ich früher selbst gefolgt bin – noch immer nur einseitig eingehalten wird.

Männer verdienen noch immer mehr Geld als Frauen, Frauen besetzen noch immer seltener Führeungspositionen als Männer.

Das gilt es zu ändern.

Schnell.